CDU-Stadtverband Rahden

Krankenhaus Rahden für den Nordkreis unverzichtbar

Chancen für innovative Nutzungen des Bettenhauses

In der jüngsten Sitzung des Gesamtvorstandes des CDU-Kreisverbandes Minden-Lübbecke unter Vorsitz von Kirstin Korte gab der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Friedrich Klanke, einen ausführlichen Bericht über die aktuelle Beschlussfassung des Kreistages zum Krankenhaus Rahden.
Nach seiner Auffassung ergeben sich gerade wegen der zumindest in Teilbereichen des Gesundheitsmarktes eher noch schwieriger werdenden Rahmenbedingungen, wie einem zunehmenden Ärztemangel, nicht nur im niedergelassenen Bereich, durch den Erhalt aller Stockwerke des Bettenhauses in Rahden verbesserte Chancen für den heimischen Standort.
 
Das Konzept der Portalklinik für Rahden in einer engen Verzahnung mit dem Gesamtklinikverbund MKK sei dafür die Grundlage, so Klanke. Zur dauerhaften Auslastung und Stärkung des Standortes sei eine Verstärkung der Integration der niedergelassenen Ärzte, insbesondere im Haupteinzugsgebiet des Krankenhauses mit Rahden, Stemwede und Espelkamp wichtig. Dazu gehöre eine gute Kontaktpflege zwischen Krankenhaus und den niedergelassenen Ärzten sowie eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.
 
Nicht nur die derzeitige Entwicklung beim Landschaftsverband als größten Träger von psychiatrischen Krankenhäusern in Westfalen-Lippe zeige eine starke Nachfragezunahme sowohl im vollstationären Bereich als auch bei den inzwischen rund 50 Tageskliniken des LWL. Bei der Kinder- und Jugendpsychiatrie, so Klanke, gebe es gebietsweise schon endlos lange Wartelisten.
 
Das Klinikum Lippe, dessen psychiatrisches Versorgungsgebiet für die Kinder- und Jugendpsychiatrie auch den Kreis Minden-Lübbecke umfasse, suche nach neuen Plätzen im Mühlenkreis, so der Fraktionsvorsitzende. Dies sei ein Aspekt, der ebenfalls in die Überlegungen für innovative medizinische und pflegerische künftige Nutzungen der drei vom Abriss verschonten Stockwerke des Bettenhauses einbezogen werden könne. Mit Hinweis auf den Bedarf an einer „Nachsorge“ (Pflege) von entlassenen Krankenhauspatienten befürwortete Friedrich Klanke vom Grundsatz her, eine „krankenhausnahe“ (pflegerische/medizinische) Nutzung der drei Etagen, um auch auf Entwicklungen im Krankenhaussektor reagieren zu können.
 
Positiv bewertete Friedrich Klanke, dass nun unter Federführung und in Verantwortung der Stadt Rahden die künftige Nutzung für die drei Etagen entwickelt werde, wobei eine enge Abstimmung mit dem Klinikverbund MKK selbstverständlich sein sollte. „Ich habe den Eindruck, dass der Vorstandsvorsitzende, der einen wesentlichen Anteil an den jüngsten Sanierungserfolgen des Klinikverbundes hat, inzwischen deutlich positiver als in der Vergangenheit zu Rahden steht“, zollte er dem Engagement von Dr. Bracht Anerkennung.
 
Zu Beginn seines Vortrages hatte Friedrich Klanke anschaulich mittels Bilder und Grafiken die lange Tradition des Krankenhausstandortes Rahden und die Bedeutung für den Nordkreis mit seiner starken Verwurzelung in der Bevölkerung zusammenfassend dargestellt. Bereits im Jahre 1883 hätte es erste Pläne für ein Pflege- und Siechenheim in Rahden gegeben. Im Jahre 1900 sei es nach einer Finanzhilfe der Diakonissenanstalt in Bethel gelungen, mit dem Bau zu beginnen, wobei das Pflegepersonal aus Bethel gestellt worden sei. Nach weiteren Baumaßnahmen mit dem Ost- und Westflügel bereits zehn Jahre später, wurde das Pflegehaus nach Ende des 2. Weltkrieges im Jahre 1946 zum Amtskrankenhaus Rahden aufgestuft.
 
Klanke erinnerte auch an die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen Anfang der 50er Jahre mit Ausbau der Zahl der Krankenhausbetten auf 158. Am 1. April 1956 habe der Kreis Lübbecke die Trägerschaft für das Rahdener Haus übernommen und eine Generalsanierung des Hauses mit Neubau der Küche, Intensivstation und 1999 eine umfangreiche Erneuerung des Bettenhauses für knapp 6,8 Mio. DM durchgeführt.
 
Die Umgestaltung der Liegenanfahrt, der Bau eines zweiten aseptischen OPs und der Neubau der Rettungswache seien weitere wesentliche Maßnahmen in Bauträgerschaft des Kreises gewesen. Leider habe es ab
2000 nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund neuer Kostendämpfungs-maßnahmen im Gesundheitswesen auch einige Rückschläge, Auslastungs- und Kostenprobleme sowie die Nichtumsetzung von Planungen gegeben, so der Fraktionsvorsitzende. Von daher müssten „ungewisse Zeitphasen“ vermieden und die jetzt gefassten Beschlüsse zügig umgesetzt und der Focus auf die Stärkung des Standortes mit dauerhaft tragfähigen Konzeptionen gelegt werden.