CDU-Stadtverband Rahden

CDU-Kreistagsfraktion lehnt den Bau einer E.on Biogasanlage ab

Pohlsche Heide nicht Interessen eines Großkonzernes unterordnen

Von dem hohen technischen Standard der modernen Abfallbehandlungsanlagen auf dem Deponiegelände Pohlsche Heide konnten sich die Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion überzeugen. Die Deponie selbst erhält nach der Schließung und dem Auslaufen von Deponiestandorten in OWL und in niedersächsischen Nachbarregionen eine zunehmende Bedeutung.
Die Mitglieder der Kreistagsfraktion mit Werkleiter GVOA, Burkart Schulte (rechts)Die Mitglieder der Kreistagsfraktion mit Werkleiter GVOA, Burkart Schulte (rechts)
In der CDU-Fraktionssitzung wurde die Anfrage an den Kreis und dem Vorhaben von E.on, auf dem Deponiegelände der Pohlschen Heide eine Biogasanlage zu errichten, einmütig abgelehnt. „Warum soll der Kreis einem Monopolisten auf sein Gelände lassen, um dort eine Biogasanlage zu bauen, für deren Erzeugung des Inputmaterials rund 700 ha landwirtschaftliche Fläche erforderlich sind? Fraktionsvorsitzender Friedrich Klanke wies dabei auf die beabsichtigte Errichtung und Erweiterung von weiteren Biogasanlagen im näheren Umkreis der Pohlschen Heide sowohl auf niedersächsischer Seite und aktuell im Bereich von Espelkamp hin.
 
Da es im Nahbereich der Deponie vor allem Forstflächen gebe, würde die Realisierung einer solchen Planung für den Pachtmarkt mit einer Verschärfung der Nachfragesituation für landwirtschaftliche Nutzflächen und somit für die auf ihre Viehhaltung und die Flächenachweise angewiesenen bäuerlichen Betriebe negative Auswirkungen haben.
 
Neben den sich für die Realisierung einer solchen Planung ergebenden rechtlichen, steuerrechtlichen und genehmigungsrechtlichen Fragen könne es nicht die Aufgabe des Kreises sein, so die CDU-Mitglieder, einem Konzern für die Errichtung einer 2 MW-Biogasanlage die Basis zu schaffen und der heimischen Landwirtschaft die Flächenbasis zu verknappen.
 
Der Hiller Kreistagsabgeordnete Erwin Habbe wies auf die deutliche Zunahme des Fahrzeugverkehres zur Deponie für die Beschickung einer so großen Biogasanlage hin und befürchtete mögliche Behinderungen für die vorhandenen Anlagen der Abfallbehandlung und der Deponie, wenn man der Interessenbekundung von E.ON für den Bau einer Biogasanlage auf dem Gelände der Pohlschen Heide nachkommen würde.
 
Friedrich Klanke teilte in Ergänzung zur kürzlich seitens der CDU-Kreistagsfraktion stattgefundenen Betriebsbesichtigung mit, dass die Inbetriebnahme der neuen Vergärungsanlage am Kompostwerk mit dem Probebetrieb abgeschlossen werden konnte. Die endgültige Übernahme sei nach dem Nachweis aller Garantiewerte Mitte September vorgesehen. Diese Anlage werde ausschließlich mit den zur Pohlschen Heide angelieferten organischen Abfällen beschickt und das gewonnene Biogas nach der Reinigungsstufe in die in Nähe der Deponie vorbeiführende Erdgasleitung eingespeist.